Gottesdienst am Sonntag auf Homepage & YouTube

Lesen Sie die Predigt für den aktuellen Sonntag oder schauen Sie die Aufzeichnung auf unserem YouTube Kanal an ...

Lesen Sie im Folgenden die Texte des Gottesdienstes oder schauen Sie sich die Predigt auf YouTube an.

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Der Gottesdienst auf YouTube:

(Leider ist technisch noch kein livestream möglich, so dass der Gottesdienst des Sonntags erst im nachhinein abzurufen ist.)

 

https://youtu.be/15cws3672cI

 

 

 

 

Gottesdienst an Christi Himmelfahrt unterhalb der 7 Linden:

 

https://youtu.be/0NZjMfOaEt4

 

 

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Gottesdienst zum Lesen:

Gottesdienst vom 24.05.2020

Musik zum Eingang (Orgel)

Votum (mit Amen; Orgel)

Herzlich willkommen zum Gottesdienst am Sonntag „Exaudi“, den wir miteinander feiern: Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Gemeinde: Amen

Begrüßung

Der Wochenspruch führt uns die Anziehungskraft Jesu vor Augen:

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Johannes 12, 32)

Es gibt Kräfte, die ziehen nach unten, und es gibt Kräfte, die ziehen nach oben.

Christus, der Auferstandene, will uns zu sich ziehen.

Im Gottesdienst dürfen wir loslassen, was uns beschwert und wir dürfen uns von Christus nach oben ziehen lassen.

Und „Loben“ zieht ebenfalls nach oben. Und das wollen wir nun gemeinsam tun – Jesus Christus loben, dass er als König herrscht: Jesus Christus herrscht als König.

Lied (EG 123,1.2) Jesus Christus herrscht als König

Psalm (EG 714/ Psalm 27)

Ehr sei dem Vater (EG 684) (Orgel)

Gebet

Barmherziger Gott, Himmelfahrt haben wir gefeiert. Jesus Christus ist von dir nach oben gezogen worden. Wir sind noch hier untern, auf der Erde. Und wir warten auf Pfingsten, wir warten auf deinen Heiligen Geist, der uns daran erinnert, dass wir zu dir, nach oben gehören.

Durch ihn bitten wir: erfülle unser Herz, damit wir dich loben und preisen, dich, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der am Ende alle zu sich ziehen wird, damit er sei alles in allem.

Stilles Gebet

Guter Gott, dein Ohr ist offen für uns, und deshalb wollen wir weiter beten in der Stille, miteinander und füreinander: Stille Jesus Christus, du versprichst: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. Wenn wir uns im Gebet an dich wenden, dann sind wir schon jetzt ganz bei dir. Amen.

Predigt

Als Predigttext hören wir einen der ganz wichtigen Texte aus dem Alten Testament. Es steht im Propheten Jeremia, Kapitel 31:

Predigttext: Jeremia 31,31 - 34: Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der Herr;

sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr:

Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben,

und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: «Erkenne den Herrn», sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, klein und groß, spricht der Herr; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Der Herr segne sein Wort an uns. Amen.

In diesen Versen begegnet uns das Herzstück des Alten Testaments: Gott schließt einen neuen Bund mit seinem Volk.

Einen Bund schließt man, wenn man mit jemandem möglichst fest und dauerhaft verbunden sein möchte. Gott will mit seinem Volk verbunden sein. Er will ihr Gott sein. Für ihn ist dieser Bundesschluss nicht nur eine Formalität oder eine rationale Willensentscheidung, für ihn ist dieser Bund ein Herzensanliegen.

So ist es auch beim „Ehebund“, den zwei Menschen schließen, wenn sie dauerhaft beieinander bleiben wollen. Auf der einen Seite ist dieser Bund eine „Willenssache“: JA; ICH WILL. Auf der anderen Seite ist er hoffentlich auch eine Herzenssache. Beide Ehepartner müssen bei diesem Bündnis mit ganzem Herzen dabei sein und beide müssen sich an Regeln und Vereinbarungen halten. Beide müssen füreinander da sein wollen – und fragen: was braucht der andere – statt zu fragen: was bekomme ich vom anderen, wenn ich den Bund fürs Leben mit ihm eingehe.

Die Bundesschlüsse im Alten Testament, die Gott mit Menschen geschlossen hat – auch sie beruhen auf Gegenseitigkeit.

Beide Seiten müssen dazu beitragen, dass der Bund bestehen bleibt. Beide verpflichten sich, den Bund einzuhalten. Und genau da liegt die „Krux“. Der Bund mit Gott wird von Seiten seines Volkes immer wieder gebrochen.

 

Wir erinnern uns: Nach der Sintflut macht Gott mit Noah einen Neuanfang, der Regenbogen ist das Zeichen für seinen Bundesschluss mit Noah. Gott hat seinen Kriegsbogen gegen die Menschen an den Nagel – besser gesagt - in die Wolken gehängt. Diese schöne Interpretation bekommt der Regenbogen. Immer wenn er am Himmel zu sehen ist sollen sich die Menschen erinnern: Gott hat einen Bund mit uns geschlossen. Gott verspricht, dass die Erde hinfort nicht mehr von einer Katastrophe solchen Ausmaßes heimgesucht werden soll. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Aber die Nerven Gottes werden weiter strapaziert.  Die Überheblichkeit der Menschen wird grenzenlos: Sie wollen sein wie Gott und auf Augenhöhe mit ihm stehen. Deshalb starten sie das Unternehmen: „Turmbau zu Babel“.  Mit der Sprachverwirrung gebietet Gott diesem Treiben Einhalt.

Aber auch diesmal wagt er wieder einen Neubeginn mit einem Menschen, der ihm vertraut. Er sagt zu Abraham: Geh, verlass deine Heimat - ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein. Deine Nachkommen sollen mein „auserwähltes Volk“ sein. Die Beschneidung wird zum Bundeszeichen für diesen Bund.

Und schließlich ein dritte Bundesschluss: Gott schließt diesen Bund mit Mose auf dem Berg Horeb, wo er auf zwei Steintafeln die 10 Gebote erhält.

Gott sagt: Auch ihr müsst etwas zu dem Bund beitragen. Ich gebe euch die Zehn Gebote. Die zu halten ist euer Anteil am Bund. Wenn ihr danach lebt, dann gelingt das Miteinander mit mir und dann gelingt auch das Miteinander der Menschen untereinander.

Aber noch während Mose beim Bundesschluss auf dem Berg Sinai weilt und die Gesetzestafeln mit den 10 Geboten empfängt, ist das Volk am Fuße des Berges schon dabei, ein Goldenes Kalb zu machen, um es anzubeten. Noch während der Bund geschlossen wird, ist er schon wieder von Seiten der Menschen hinfällig.

Im Blick auf diese Geschichte von Bundesschlüssen und Bundesbrüchen kommt der Prophet Jeremia zu einer erschütternden Erkenntnis: Das Volk Gottes ist unfähig, den Bund mit Gott zu halten.

Israel ist nicht fähig, seinen Gott zu lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller seiner Kraft. – Nicht weniger war jedoch von ihnen gefordert.

Jeremia begreift: Der alte Bund, das sind die Steintafeln mit den Zehn Geboten, die von außen die Forderung an den Menschen herantragen: »Du sollst nicht... du darfst nicht... «. Und die Gebote aus Steintafeln sind auf Herzen aus Stein getroffen. Das konnte nicht gut gehen. Solch ein Bund kann nicht halten. Wenn das Herz nicht lebendig ist, kann auch der Bund nicht am Leben gehalten werden.

Bedeutet das nun das endgültige „Aus“ für einen Bund Gottes mit seinem Volk? Noah, Abraham, Mose. Wenn wir mitgezählt haben, dann war das jetzt der 3 Bund, der gescheitert ist.

 

Jeremia findet eine revolutionäre Antwort: Nein! Gott verheißt einen neuen Bund, wenn er sagt:

Es kommt die Zeit, da will ich einen neuen Bund schließen... Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

Das Neue am Neuen Bund, den Jeremia in Aussicht stellt ist unglaublich. Der neue Bund verwandelt den Menschen – genauer gesagt „das Herz des Menschen“. Das ist das Neue, am neuen Bund. Mit dem neuen Bund wird das Herz aus Stein ebenfalls neu: Das steinerne Herz weicht einem lebendigen Herzen.

Was ist neu am neuen Bund? Nicht der Inhalt. Das Neue ist die diese Verwandlung des Herzens.

Den Menschen ist es nun ein „Herzensanliegen“ Gott zu lieben, mit ihm verbunden zu sein – und die Gebote sind keine Forderungen von außen mehr. Nun entsprechen die Gebote der eigenen inneren Lebenseinstellung. Man muss nicht nach diesen Regeln leben – man will es - und zwar von ganzem Herzen – von ganzer Seele – mit aller Kraft.

 

Der neue Bund verwandelt den Menschen noch in einer weiteren Dimension: Jeremia ist überzeugt, dass der verwandelte Mensch nicht nur Gottes Willen kennt und ihn tun, er erkennt vielmehr Gott selbst. Jeremia schreibt, dass keiner mehr fordern muss: «Erkenne den Herrn», sondern alle werden Gott erkennen, beide, kleine und große.

Die kleinen Kinder und die großen Erwachsenen. Die Analphabeten und die Gelehrten, die minder Bemittelten und die hoch Begabten – sie alle werden Gott erkennen.

Diese Gotteserkenntnis ist ein Geschenk. Diese Gotteserkenntnis ist keine intellektuelle Leistung.

Zum Wesen des Judentums gehört das Lernen der Tora. Wer die Weisungen Gottes kennt, der kennt den Willen Gottes und kennt und erkennt damit auch Gott. Dabei geht es nicht nur um ein auswendig lernen, sondern um ein tief verinnerlichendes Lernen, Einprägen und Formen des Herzens und der Seelenkräfte. Dieses beständige Lernen zielt auf Gotteserkenntnis.

Doch Jeremia ergänzt, dass nur Gott allein das Erkennen im Inneren des Menschen schenkt. Jedes äußerliche Unterrichten und Lehren bleibt darauf angewiesen, dass Gott im Innern das Herz berührt.

Und das ist das Ziel der Verheißung Jeremias. Wo Gott sich dem menschlichen Herzen erschließt, wird jede äußere Belehrung überflüssig. Wo Gott sich dem menschlichen Herzen erschließt, da wird der Mensch von innen heraus von Gott erfüllt, und alles, was den Menschen von Gott trennt, überwunden.

Diese Verheißung entspricht unserer alltäglichen Erfahrung. Jede Vorschrift, die den Menschen von außen trifft, ruft Abneigung, wenn nicht gar Ablehnung hervor, solange sie nicht mit innerer Überzeugung einhergeht. Solange das zu Erlernende nicht Teil der eigenen Überzeugung ist, bleibt es fremd.

Nur durch Einsicht und nicht durch Vorschrift lernen wir. Aber diese Einsicht bleibt letztlich immer ein Geschenk. Und dieses Geschenk macht Gott im neuen Bund selbst. Das ist das Neue am neuen Bund.

 

Am heutigen Sonntag "Exaudi" warten wir auf das Pfingstfest. Wir warten darauf, dass Gott seinen Geist sendet. Wir warten darauf, dass Gott uns durch seinen Geist verwandelt. Dass er uns „Einsicht“ schenkt.

Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

Gott will sich in unser Herz schreiben. Gott will zu unserem Herzensanliegen werden. Gott will unser Pulsschlag werden.

Wenn wir mit jemandem herzlich verbunden sind, dann muss man uns nicht daran erinnern, einen lebendigen Umgang zu pflegen. Dann geschieht das von selbst, von innen heraus, es ist uns ein Herzensanliegen.

Heute werden wir daran erinnert, dass unser Herz für Gott schlägt. Er hat mit uns einen neuen Bund geschlossen. Einen vierten Bund in Jesus Christus.

Lassen wir uns durch jeden Herzschlag daran erinnern.

Lied (EG 324,1.2.13) Ich singe dir mit Herz und Mund

Fürbitten

Lasst uns um den Heiligen Geist bitten, durch den alles neu wird: unser Herz und die Welt.

Es gibt viel Angst in der Welt:

Menschen, deren wirtschaftliche Existenz in der Coronakrise auf dem Spiel steht. Die keinen Mut mehr haben und verzweifelt sind.

Menschen, die körperlich und seelisch unter den Folgen der Coronapandemie leiden.

Menschen, die auf der Flucht sind, die keine Heimat haben.

Wir bitten um den Geist der Hoffnung. Er gebe Menschen wieder eine Perspektive.

Wir bitten um den Geist der Freude. Er gebe Menschen wieder den Blick für die Dinge, an denen wir uns erfreuen können:

Wir bitten um den Geist der Wahrheit. Er gebe Menschen wieder den Blick dafür, was recht ist.

Wir bitten um den Geist des Friedens. Er gebe Menschen wieder Sicherheit und Ruhe.

Wir bitten um den Geist der Liebe. Er erfülle unser Herz.

So bitten wir dich Gott, um deinen Heiligen Geist, der unsere Herzen und die Welt verändert.

Vaterunser

Abkündigungen

Opfer heute: für eigene Gemeinde

Im Anschluss an den Gottesdienst taufen wir Emilian Adam.

Kommenden Sonntag feiern wir das Pfingstfest am Pfingstsonntag 10.00 Uhr Harthausen und am Pfingstmontag findet ein Distriktsgottesdienst in Bonlanden statt. Der Gottesdienst kann über unsere Gemeindehomepage live angeschaut werden, zur Teilnahme am Gottesdienst in Bonlanden: bitte über das Pfarramt Bonlanden anmelden.

Wir erheben uns:

Verstorben ist Liselotte Baumgarten. Die Frau des ehemaligen Harthäuser Schulleiter Hermann Baumgarten, im Alter von 94 Jahren. Die Bestattung ist am kommenden Dienstag. Die Verstorbene wird im Familiengrab auf dem Friedhof in Harthausen beigesetzt.

Lied (EG 132) Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen

Segen (mit Amen; Orgel)