Pädagogische Konzepte und Ziele 

Unsere Arbeit ist beeinflusst von verschiedenen Pädagogen und Konzeptionen. Insgesamt basiert unsere pädagogische Arbeit auf dem situationsorientierten Ansatz und der Projektarbeit.

"Situationsansatz ist eine Einladung sich mit Kindern auf das Leben einzulassen.“  (Rita Haberkorn)

  • Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die konkrete Lebenssituation des Kindes.
  • Durch gezielte Beobachtung und intensive Gespräche finden wir heraus, was den Kindern wichtig ist, was sie beschäftigt, bewegt und was ihnen fehlt. Daran richten wir unser pädagogisches Handeln aus.
  • Wir setzen unsere Pädagogik ganzheitlich und entwicklungsgemäß in die Praxis um.
  • Bei der Planung der Themen können sich die Kinder aktiv beteiligen. Die Themenauswahl orientiert sich an Interessen und Bedürfnissen der Kinder und an der momentanen Gruppensituation und den Jahreszeiten.

Nur auf der Basis eigener Erfahrungen kann das Kind sich auf seine Weise die Welt erobern und sich sein Weltbild aufbauen.

Deshalb…

  • ist uns die Freispielzeit so wichtig,
  • achten wir auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Angeboten 
  • haben wir mehrere pädagogische Schwerpunkte wie:
  • Christliche und soziale Erziehung
  • Musik
  • Natur und Umwelt
  • Bewegung
  • Sprache

 Ziele unserer Arbeit

  • Die Kinder sollen Gott als ihren Schöpfer erfahren.
  • Uns ist es wichtig, dass sich alle Kinder bei uns wohlfühlen.
  • Die Kinder sollen eine lebensbejahende Haltung gegenüber sich selbst, gegenüber anderen und ihrem zukünftigen Leben  entwickeln.
  • Die Kinder sollen die Welt ganzheitlich mit allen Sinnen wahrnehmen, Erfahrungen sammeln und Wissen erwerben.
  • Es ist uns wichtig, dass die Kinder selbstständig werden und verschiedene Fähigkeiten und Fertigkeiten einüben.
  • Die Kinder sollen Freude an  Bewegung entwickeln.
  • Die Kinder sollen lernen, verantwortungsvoll mit Natur und Umwelt umzugehen.

Dabei ist es uns wichtig, dass die Kinder Zeit und Ruhe haben, sich in ihrem eigenen Tempo in mitten der Vielzahl von Bildungsangeboten und wachsender Umwelteinflüsse entwickeln zu dürfen.

Was bedeutet Inklusion und Integration?

„Es gibt keine Norm für das Menschsein, es ist normal, verschieden zu sein.“ Richard von Weizäcker

In unserem Kindergarten verstehen wir unter Integration die gemeinsame Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern mit und ohne besondere Bedürfnisse. Für uns ist es wichtig, dass jedes Kind in seinem natürlichen Umfeld aufwachsen kann.

Daher ist für uns Integration nicht nur ein gesellschaftlicher Auftrag, sondern „Normalität“, d.h. im Alltag:

  • zusammen aufwachsen
  • miteinander spielen
  • voneinander lernen
  • füreinander da sein
  • gemeinsam leben

Gegenseitige Akzeptanz und Toleranz werden aufgebaut und alle Kinder sammeln neue Erfahrungen für die Zukunft. Das ist eine Bereicherung für uns alle und trägt zur Bildungsarbeit bei. Denn Bildung heißt auch: Lernen mit der Unterschiedlichkeit der Menschen umzugehen. 

Durch die innere Öffnung des Kindergartens (z.B. gruppenübergreifende Angebote, gemeinsame Aktivitäten) betrifft die Integration den gesamten Kindergarten. Die Integrationskinder sollen keine Sonderstellung, sondern eine Gleichstellung erfahren.

Unterstützend im Alltag wenden wir die lautbegleitende Gebärdensprache („Schau´ doch meine Hände an“) vom Kreis Esslingen an.

In einem ausführlichen Vorgespräch zusammen mit den Eltern, dem Fachdienst und dem Träger wird über eine mögliche Aufnahme entschieden. Dabei berücksichtigen wir die Art der Beeinträchtigung, sowie die jeweils aktuelle Gruppenzusammensetzung und die Räumlichkeiten.

Durch den erhöhten Betreuungs- und Förderbedarf belegen die Integrationskinder mehrere Kindergartenplätze und werden zusätzlich durch spezielle Angebote und durch die Betreuung von Integrationskräften, ihrem individuellen Entwicklungsstand entsprechend gefördert und können damit Entwicklungsschritte im eigenen Tempo machen. 

Eine intensive und regelmäßige Zusammenarbeit mit den Eltern ist dabei Grundlage für eine gelingende Integrationsarbeit.

Die Tätigkeit des Fachdienstes in Zusammenarbeit mit dem Team umfasst außerdem:

  • regelmäßige Fallbesprechungen und Beratungsgespräche
  • Elterngespräche, Elternberatung
  • Erziehungs- und Förderplanung
  • Erstellen von Beobachtungsbögen und Entwicklungsberichten
  • Beratung zur Weitervermittlung an geeignete weiterführende Einrichtungen oder weitere Fördermaßnamen

Damit Integration gelingen kann, ist die intensive Zusammenarbeit mit Therapeuten und anderen Einrichtungen dringend notwendig: 

  • Therapeuten (z.B. Ergotherapie, Logopädie)
  • Kliniken, Ärzte, Frühförderstellen,
  • Heilpädagogische Einrichtungen
  • Schulen

Was bedeutet Inklusion?

Inklusion ist ein Fachbegriff aus der Soziologie meint die Einbeziehung von Menschen in die Gesellschaft.

Wir gehen vom Recht des Menschen auf Bildung und auf Chancengleichheit aus (UN Behindertenkonvention Artikel 24). Hier geht es unter anderem darum, dass Kinder mit Beeinträchtigung die gleichen Chancen auf Bildung haben müssen wie alle Kinder.

Wir sehen unsere Einrichtung als einen Ort gelebter individueller, sozialer, kultureller und religiöser Vielfalt. Alle Kinder haben das Recht auf Achtung, Förderung und Fürsorge. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kinder z.B. eine körperliche, geistige, familiäre oder auch entwicklungsverzögerte Beeinträchtigung haben. Inklusion bedeutet: Es ist normal, dass alle Menschen unterschiedlich sind.

Durch die Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Kindergruppen profitieren alle Kinder und erfahren Akzeptanz und Toleranz auch für ihr künftiges Leben.

Für uns bedeutet das, dass Integration und Inklusion ineinanderfließen müssen.

Tagesablauf

Ab 7.00 Uhr Frühbetreuung mit Freispiel oder Frühstück

Ab 8.15 Uhr Freispielzeit in der eigenen Gruppe

Ca. 9.00 Uhr Kinderrunde

Ca. 9.40 Uhr Vesper

Ab 10.00 Uhr Freispielzeit: alle Spiel- und Funktionsräume des Kindergartens, auch der Garten, sind offen

12.00 Uhr gemeinsamer Schlusskreis beider Gruppen im Garten

12.15 Mittagessen oder Vesper

Ab 12.00 Uhr Abholzeit und Freispielzeit

 

An den langen Tagen:

Ca. 13.15 Uhr 1. Gruppe (nur 3-4-jährige Kinder) gehen in die Ruhephase

Ca. 13.30 Uhr 2. Gruppe kommt zur 1. Gruppe in die Ruhephase

Ab ca. 14.00 Uhr Freispielzeit und Kreativwerkstatt

Ca. 15.45 Uhr gemeinsames Vesper

Ca. 16.10 Uhr Gemeinsame Spielaktion

16.30 Uhr Abholzeit

 

Das Freispiel

  • Die Kinder können im Freispiel ihr Spiel, ihre Spieldauer und den Raum selbst bestimmen. 
  • Im Spiel entwickeln die Kinder ihre Ich-Stärke, Selbstvertrauen, Selbständigkeit und soziale Fähigkeiten.
  • Die Kinder können sich ausprobieren und ihren Bedürfnissen Raum geben.
  • Wir nutzen diese Zeit, um einzelne Kinder, Kleingruppen oder die ganze Gruppe intensiv zu beobachten.
  • Wir Erzieherinnen beteiligen uns aktiv am Spiel, um dabei die Entwicklungsschritte der Kinder zu erkennen. 

Freispiel in den Gruppenräumen:

Unsere Gruppenräume bieten den Kindern viele unterschiedliche Spielmöglichkeiten und Geborgenheit durch die Gruppenzugehörigkeit. Uns geben sie die Möglichkeit, einen ganzheitlichen Blick auf jedes Kind zu haben.

Kinderrunde:

In der Kinderrunde erleben die Kinder Lieder, Gedichte, Fingerspiele, Bilderbuchbetrachtungen, Sinnesspiele und noch vieles mehr. Aber auch Traditionen und Rituale. Unter anderem erleben und erfahren sie durch Gebete, Gespräche über das Miteinander, und biblische Geschichten den christlichen Glauben.

Alle Räume sind offen

  • Die Gestaltung der Spielbereiche und Räumlichkeiten orientiert sich an der Erlebniswelt der Kinder und wird entsprechend ihren Bedürfnissen immer wieder verändert.
  • Somit entsteht für die Kinder ein anregungsreiches Umfeld mit vielen verschiedenen Lern- und Erfahrungsfeldern.
  • Alle Kinder haben eine Symbolkarte, die sie in den jeweiligen Spielbereich an eine Tafel hängen.
  • Bevor sie den Raum verlassen, müssen sie dem pädagogische Personal Bescheid geben und sich abmelden.

Manche Räume stehen den Kindern bewusst nur mit begrenzter Kinderzahl und ohne Erzieherin zur Verfügung, denn hier können die Kinder frei ihre Bedürfnisse ausleben, lernen aber dabei für ihr Tun selbst verantwortlich zu sein und die Konsequenzen für ihr Handeln zu tragen.

Wöchentliche Angebote

  • Der „Club Tag“ ist ein Vormittag, an dem die Kinder der gleichen Altersgruppe gemeinsam spielen dürfen und die Erzieherinnen altersgerechte Angebote durchführen.
  • Donnerstags findet der Turntag in der Turnhalle der Schule statt (14-tägig pro Gruppe)
  • Neben der Sprachförderung im Alltag findet eine spezielle Sprachförderung durch eine Fachkraft in Kleingruppen statt.
  • Im Sommer kommt einmal pro Woche unsere Schildkröte Meggie zu Besuch.

Regelmäßige Aktionen mit den Kindern

  • Monatlich: ein „Naturtag“ und ein Frühstücksbuffet (dieses wird von den Eltern gestaltet)
  • Kinderrunde mit dem Pfarrer der Gemeinde
  • Biblische Erzählungen
  • Geburtstage und jahreszeitliche Feste
  • Spaziergänge und Spielplatzbesuche
  • Gartenarbeiten im Nutzgarten
  • Gemeinsames Backen und Kochen
  • Kreativwerkstatt

Weitere Aktionen mit den Kindern

  • Tierbeobachtungen im Terrarium z.B.: von Raupe zum Schmetterling, Weinbergschnecken…
  • Ausflüge zum Bauernhof, Alpakafarm, Imker …

Spezielle Aktionen mit den „Tigerenten“ (Kinder im letzten Kindergartenjahr)

  • „Tigerentennachmittage“ für 5-6-jährige Kinder mit der Kooperationslehrerin und Besuche in der Grundschule
  • Übernachtung im Kindergarten
  • Abschiedsfest
  • Verkehrserziehung

Aktionen mit anderen Institutionen/ Gruppen

  • Lesereise (Schüler lesen den Kindergartenkinder ein Bilderbuch vor)
  • Besuche bei oder durch: Feuerwehr/ Verkehrswacht/ Zahnarzt/ Einschulungsuntersuchung
  • Besuche in der örtlichen Demenzgruppe
  • Besuche im Haus Albblick
  • Spielevormittag mit den Großeltern und den Bewohnern des Haus Albblicks
  • Ausflug und Grillen mit den Großeltern und den Bewohnern des Haus Albblicks

Unsere Elternarbeit

Der Kindergarten ist eine familien-ergänzende Einrichtung.

Ein Miteinander bedeutet für uns, eine gemeinsame Basis mit den Eltern zu schaffen, um den Kindern eine möglichst umfassende Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeit zu geben.

Damit sich Kinder bei uns wirklich aufgehoben und wohl fühlen, müssen Elternhaus und Kindergarten eng zusammenwirken, intensiv zusammenarbeiten und sich ein gegenseitiges Vertrauen entwickeln.

Wir sehen die Eltern als Partner, die uns wichtige Informationen über die Kinder weiterleiten und aktiv mitarbeiten können. Als pädagogische Fachkräfte wollen wir für sie vertrauensvolle Ansprechpartner sein und ihnen Unterstützung bieten.

Voraussetzungen für ein gutes Miteinander sind:

  • offene Kommunikation
  • gegenseitige Akzeptanz
  • ständiger Kontakt und Austausch
  • Transparenz unserer täglichen Arbeit mit den Kindern

 Elternarbeit konkret:

  • Elternabende und Elternbeiratswahl
  • Infonachmittag für die Eltern der Tigerenten
  • Im Januar „Tag der offenen Tür“ im Kindergarten
  • Gespräche nach Termin: Aufnahme-, Eingewöhnungs- und Entwicklungsgespräch
  • Gespräche nach Bedarf sind jederzeit möglich
  • Elternbriefe und Aushänge 
  • Bei Interesse Mitgestaltung bei Angeboten für die Kinder

Aktionen und Feste mit den Eltern: 

  • Laternenfest
  • Neujahrsempfang
  • Mutter-/ Vatertag
  • Sommer- oder Frühlingsfest
  • Gottesdienste
  • Abschied der Schulkinder
  • Alle zwei Jahre Gestaltung eines lebendigen Adventskalenders

Elternbeirat

Der Elternbeirat wird immer am Elternabend im Oktober gewählt. Es werden von jeder Gruppe drei VertreterInnen gewählt.

Aufgaben des Elternbeirats

Der Elternbeirat hat die Aufgabe, die Erziehungsarbeit in der Einrichtung zu unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen Einrichtung, Elternhaus und Träger zu fördern.

Der Elternbeirat setzt sich dafür ein, dass der Anspruch der Kinder auf Erziehung, Bildung und Betreuung in der Einrichtung verwirklicht wird.

Er hat zu diesem Zweck insbesondere das Verständnis der Eltern für die Bildungs- und Erziehungsziele der Einrichtung zu wecken,

Wünsche, Anregungen und Vorschläge der Eltern entgegenzunehmen und dem Träger oder der Leitung der Einrichtung zu unterbreiten,

sich beim Träger für eine angemessene Besetzung mit Fachkräften sowie für die fachliche und räumliche Ausstattung einzusetzen und

das Verständnis der Öffentlichkeit für die Arbeit der Einrichtung und ihrer besonderen Bedürfnisse zu gewinnen.

Mit dem Elternbeirat finden mehrmals jährlich Sitzungen statt, um sich Auszutauschen und zu planen. Er fungiert unter anderem als Sprachrohr der Eltern und unterstützt die Arbeit im Kindergarten.

Aktionen mit der Kirchengemeinde

Die Zusammenarbeit der Kirchengemeinde mit dem Kindergarten ermöglicht den Familien die Teilnahme an Gottesdiensten, christlichen Festen und Feiern, unabhängig ihrer jeweiligen Religion und Kultur. 

Sie erleben dort Zugehörigkeit, Geborgenheit und Gemeinschaft.

Das Zusammentreffen unterschiedlicher Religionen und Kulturen erleben die Gemeindemitglieder und die Familien als Bereicherung und Herausforderung.

Eingewöhnung

Ein guter Einstieg von der Familie in den Kindergarten ist uns sehr wichtig. Deshalb legen wir großen Wert auf eine gute Eingewöhnung und gestalten diese in einzelnen Schritten:

1. Informationsabend

Wir informieren die neuen Eltern über den Kindergartenalltag und machen unsere Arbeit möglichst transparent; denn gut informierte Eltern fühlen sich sicherer und geben dieses Gefühl der Sicherheit an ihre Kinder weiter.

2. Tag der offenen Tür oder Besuchstag

Die Kinder kommen mit ihren Eltern für ca. eine Stunde in den Kindergarten, um das Personal und die Räumlichkeiten zusammen mit einer vertrauten Bezugsperson kennen zu lernen.

3. Schnuppertag

Die Kinder dürfen einen Vormittag (bzw. zwei bis drei Stunden) ohne Eltern in ihrer zukünftigen Gruppe verbringen. Dies ist eine erste kurze Lösung von den Eltern. Das Gruppenpersonal und die Kinder haben somit die Möglichkeit in näheren Kontakt zu treten. Die Kinder erleben den Kindergartenalltag mit und knüpfen erste Kontakte mit den Gleichaltrigen, mit denen sie künftig in einer Gruppe sein werden.

4. Erster Kindergartentag

Der erste Kindergartentag findet gestaffelt statt; d.h. pro Tag kommen maximal zwei neue Kinder in eine Gruppe. Dadurch hat das pädagogische Personal Zeit sich um jedes neue Kind und dessen Eltern intensiv zu kümmern.

5. Die Ablösung

Der Ablösungsprozess verläuft bei jedem Kind unterschiedlich. Deshalb bleiben wir in den ersten Tagen im engen Kontakt mit dem jeweiligen Elternteil, der das Kind bei der Eingewöhnung unterstützt. Wie lange die Begleitung nötig und gewünscht ist, wird individuell abgesprochen.

6. Eingewöhnungsgespräch

Mit allen neuen Eltern wird nach den ersten Wochen ein kurzes Eingewöhnungsgespräch nach einem dafür erarbeiteten Leitfaden geführt. (z.B. Wie war die Ablösung? Erzählt das Kind vom Kindergarten? Was spielt das Kind gerne? Was ist uns aufgefallen? Was haben wir beobachtet?)