• add Auslegung zur Jahreslosung 2017

    Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

    Hesekiel 36,26 (E)

    „Wie soll das denn gehen?“, frage ich mich. Weil ich weiß, wie schwer es fällt, schon kleine Gewohnheiten zu ändern. Erst recht, einen Neustart zu wagen in den kleinen und großen Bereichen meines Lebens: „Wenn wir nicht völlig umdenken, sieht die Zukunft für nachfolgende Generationen düster aus“, warnen uns besorgte Menschen in Kirche und Gesellschaft.

    „Sie kommen um eine Transplantation nicht herum“, muss die Ärztin dem Patienten mitteilen.
    „Unser Kind ist so widerspenstig!“, äußern verzweifelte Eltern.
    „Wenn möglich, bitte wenden“, tönt die Stimme aus meinem Navi. Ich bin wohl in falscher Richtung unterwegs.

    Deutliche Worte - allen gemein ist, dass sich zeitnah Grundlegendes ändern muss. Dass es sogar lebensnotwendig sein kann. Auch der Prophet Hesekiel hat im Auftrag Gottes klare Ansagen zu machen. Keine leichte Aufgabe! Erst recht nicht, wenn er sie an Gottes Volk richten soll, an Leute „mit trotzigem Gesicht und hartem Herzen“. (Hesekiel 2, 4)

    Hesekiel stammt aus einer Priesterfamilie und gehört zu den ersten, die von Israel nach Babylon weggeführt wurden. Führende Persönlichkeiten suchen seinen Rat. Mit immer wieder neuen Bildern verkündigt er die ihm von Gott aufgetragene Botschaft. Das Volk Israel will diese Worte nicht hören und lehnt sich gegen den Propheten auf. Da hinein macht Gott sein Angebot:
    „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

    Von sich aus wird Gottes Volk es nicht schaffen, sein Volk zu sein: Ihn als seinen Gott zu erkennen. Das meint weit mehr, als seine Existenz nicht zu leugnen. Es geht um eine tiefe Beziehung, um ein Leben, das sich ganz auf sein Gegenüber einlässt und sich nach ihm ausrichtet. Gott schenkt seinem Volk das, was es für eine lebendige Beziehung braucht:
    „Ich nehme das Herz von Stein aus ihrer Brust und gebe ihnen ein Herz von Fleisch“. (Hesekiel 11,19)

    Dieses Schöpfungshandeln nimmt Stefanie Bahlinger in ihrer Grafik in den Blick. Über ein dunkles, abgestorbenes Herz schiebt sich ein blutrotes, lebendiges Herz. Im Hintergrund entdecken wir eine Zielscheibe. Beide Herzen zielen darauf. Doch nur das rote trifft die goldene Mitte. Wer lässt sich schon gerne sagen, dass er am Ziel seines Lebens vorbeischießt? Ursache war zu Zeiten Hesekiels die Hartherzigkeit des Volkes Israel. Der Prophet geht noch weiter: In Gottes Augen ist das Volk lebendig tot. Doch er steht zu seiner Verheißung: „Auf gute Weide will ich sie führen, im Bergland Israels werden ihre Weideplätze sein. … Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten. Ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist. (Hes. 34, 14.16)

    Worte voller Hoffnung, die aber zugleich signalisieren, dass das Volk sich nicht selber retten kann.
    Heißt das, dass ich mich selbst aufgeben muss, um vor Gott bestehen zu können? Das ist in der Tat eine Provokation - wenn ein Leben mit Gott eine umfassende Erneuerung meines Denkens, Fühlens, meines ganzen Lebensstils zur Folge hat. Eine Zumutung in einer Zeit, in der Selbstbestimmung und Unabhängigkeit als die erstrebenswerten Ziele gelten. Um im Bild der Künstlerin zu bleiben: Sünde ist Zielverfehlung. Sie trennt uns von Gott und von Menschen. Doch wir tun uns heute schwer, von Schuld oder gar Sünde zu reden. Umso größer ist unsere Sehnsucht nach Veränderung und Heilsein.
    In der goldenen Mitte der Zielscheibe sehen wir ein Kreuz. Das ist der heilsame Ort, an dem sich Himmel und Erde, Gott und Mensch begegnen. In Jesus kommt er mir ganz nah. Nichts kann ihn daran hindern, immer wieder einen Neuanfang mit mir zu wagen. Mit dem Kreuz legt Gott selber den Grundstein für meine Umkehr und Verwandlung. Mehr noch: für die Neuschöpfung.

    „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

    Leben Menschen, die das erkennen, fortan als Heilige? Sie leben als Heilige im Sinne von: sie gehören Gott, der sie heil macht von allem, was sie von ihm trennt.
    Wenn ich das erkenne, bleibt nicht alles beim Alten. Das rote Herz streckt sich dem Licht entgegen, wächst in ein neues Leben hinein und wird überstrahlt vom goldenen Streif am rechten Rand. Gold steht für das Ziel meines Glaubens: ewig in der unmittelbaren Gegenwart Gottes zu leben. Diese Hoffnung lässt es mich aushalten, dass ich meine Erkenntnis und meinen Glauben oft als vorläufig und bruchstückhaft empfinde. Der gute Hirte bringt auch mich immer wieder von falschen Wegen zurück und hin zum Ziel.
    Lasse ich mir ein neues Herz und seinen lebendigen Geist schenken - mit der Verheißung und dem Risiko, dass nichts so bleiben muss, wie es ist? Das Wagnis lohnt sich. Es kann mit einem Wort beginnen, dem ich meine Ohren und mein Herz öffne. Schon ein kleiner Stein zieht im Wasser weite Kreise. Wie auch die Linien um die goldene Mitte. Wenn ich mich darin verorte, erlebe ich Veränderung in den großen und kleinen Bereichen meines Lebens. Und darüber hinaus.

     

    Motiv: Stefanie Bahlinger

    Auslegungstext: Renate Karnstein

    Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen, www.verlagambirnbach.de

    Die Auslegungstexte finden Sie unter: www.jahreslosung.eu

     

     

29.01. Rustikales Kirchenkaffee

Die Besenkammer des Foyers ist zurück gebaut, morgen ist noch einmal Gottesdienst mit Kirchenkaffee. Jetzt wird die Kirche zur Baustelle. Die Baugenehmigung der Stadt Filderstadt liegt vor. Der Finanzierungsplan steht.

05.02 ab jetzt feiern wir die Gottesdienste im Paul-Gerhardt-Gemeindehaus

Die Kirchengemeinde feiert ihre Gottesdienste nun im Paul-Gerhardt-Gemeindehaus und an vielen anderen Orten - hier am Karfreitag und Ostern im Gemeindehaus.

30.04 Konfirmation

Konfirmation in der St. Josef Kirche in Harthausen. Wir danken der Katholischen Kirchengemeinde, die uns mit offenen Armen aufgenommen hat.

11.06. Gottesdienst mit Reformationsausstellung

Ökumenischer Gottesdienst zum Marktplatzfest mit Reformationsausstellung.

09.07. Sommerfest des Kindergartens

Gottesdienst am Sommerfest des Kindergartens mit Einweihung des Tipi und dem Besuch eines echten Indianers.

09.09. Abschied von Raikin und Uta Dürr

17.09. Gottesdienst an der Aich

Einweihung des zweiten ökumenischen Wegzeichens "Bei dir Gott ist die Quelle" an der Aich zwischen Aich und Neuenhaus. Herzliche Einladung, den Ort bei einem Spaziergang zu entdecken.

17.09. Ordination von Pfr. Daniel Mangel durch Dekan Michael Karwounopoulos in Zainingen

01.10. Erntedank

Erntedankgottesdienst, der vom Paul-Gerhardt-Kindergarten mitgestaltet wird.

29.10. Gottesdienste in neuer Atmosphäre - die renovierte Kirche

Bilder von Thomas Streitberg / Streitberg Fotografie

31.10.2017 Ökumenischer Gottesdienst zum 500jährigen Reformationsjubiläum

ökumenischer Reformations-Chor unter der Leitung von Ute Wille bei der Generalprobe

  • add Die gemeinsame Predigt von Diakon Uwe Renz und Pfarrer Holger Hörnle

    Die gemeinsame Predigt von Diakon Uwe Renz und Pfarrer Holger Hörnle

    Pfr. Hörnle: Liebe Schwestern und Brüder in Christus! In unserer neu renovierten Kirche hat sich eine Menge geändert. Aber das Zentrum ist gleich geblieben: Jesus Christus. Ja, er ist durch die Neugestaltung vom Altarbereich wieder in den Blickpunkt gerückt. Unverändert ist das Sgraffito hinter mir. In der Bildmitte steht der Weinstock mit seinen Reben. Einen solchen Weinstock vor Augen spricht Christus im Evangelium nach Johannes:

    Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner… Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. (Johannes 15,1-5)

    Liebe Gemeinde: am heutigen Reformationstag feiern wir ganz bewusst ein Christusfest, denn Christus verbindet. Beinahe 500 Jahre haben die beiden großen Konfessionen darauf geschaut, was sie trennt. Jetzt ist es Zeit darauf zu schauen, was uns verbindet. Christus verbindet uns, der Glaube an ihn eint uns. Wie die Reben vom Weinstock Kraft uns Saft hat, so haben wir vom Christus Hoffnung und Liebe. 

    Martin Luther und die Reformatoren sahen ihre Aufgabe darin, Christus als den zu verkündigen, von dem wir schlechthin abhängig sind.

    Zwei Bilder werden uns dafür heute vor Augen gestellt: einmal ist es das Bild vom Leib, das der Apostel Paulus für seine Gemeinde in Korinth verwendet. In der Schriftlesung haben wir davon gehört.

    Es ist ein Leib, zu dem wir in Christus zusammengefügt sind. Der Leib hat viele Glieder, aber alle gehören zusammen. Alle sind gleichwertig. Und es ist ein Weinstock, der viele Reben hervorbringt. Als Reben gehören wir alle zum selben Weinstock.

    Im Pfarrgarten ist gleich am Lattenzaun ein schöner Weinstock, der in diesem Jahr – dank der fachmännischen Pflege von Herrn Kurrle – besonders prächtige Trauen getragen hat, gerade so, als ob er wüsste, dass wir heute vom Weinstock reden.

    Wenn Sie an diesem Weinstock vorbeikommen und es hängen reife Früchte dran, dann bedienen Sie sich. Schmecken Sie das Armon der Beeren und dann erinnern Sie sich daran, dass auch unser Leben –  wenn wir in Christus bleiben – Frucht tragen wird.

    Und denken Sie daran, was uns als Christen miteinander verbindet: Christus der Weinstock, wir seine Reben.

    Heute gibt es einen Kanzeltausch der besonderen Art. Jede Konfession hat etwas zu sagen und zur Einheit in Christus bei zu tragen.

     

    Diakon Renz: Liebe Mitchristinnen und Mitchristen, Mit-Reben am Weinstock Jesus Christus,

    „Jesus verkündete das Reich Gottes, und gekommen ist die Kirche“, so, fast etwas zynisch hat der 1940 gestorbene französische Theologe Alfred Loisy den Finger auf eine bleibende Wunde gelegt. Dabei hat er mit seinem Bonmot noch nicht einmal alles gesagt: Schließlich entstand ja nicht nur eine Kirche, sondern viele sind es geworden, die sich auch noch bis heute gegenseitig beharken - obwohl sie sich doch auf den gleichen Herrn berufen und von ihm den Auftrag haben, eins zu sein. Trennungen und Spaltungen bleiben also Wunden der Christenheit, ständiger Stein des Anstoßes, Skandal. Ökumene, im Wortsinn „das christliche Haus gemeinsam zu bewohnen“, ist also nicht unserer jeweiligen persönlichen Neigung überlassen. Ökumene bleibt Christenpflicht.

     

    Der einzige, der uns Christen unterschiedlicher Traditionen, Profile und Mentalitäten zur Raison rufen kann, ist Christus selbst. Das Gleichnis von ihm als Weinstock und uns als den daran hängenden Reben, so meine ich, kann als Hausordnung beim christlichen Zusammenleben helfen. Es ist ja auch ein vitales Bild, nicht nur für Weinliebhaber. Da strömt Leben von der Wurzel bis in die äußersten Gefäße, jede Frucht am Stock ist ein Einzelstück und doch Teil des gesamten Organismus. Und wenn wir schon in diesem Bild vom Weinstock bleiben, dann muss man ja auch fragen: Von welcher Rebsorte ist er denn? Welche Farbe hat der Wein, den er hervorbringt, welchen Geschmack, welche Süße, Säure? Riecht und schmeckt er eher flach oder hat er einen starken Auftritt?

     

    Wenn Christus der Weinstock ist, dann muss die Antwort ganz eindeutig lauten: Von seinen Reben kommt der Geschmack des Lebens, das liebevolle und barmherzige Ja Gottes zu den Menschen, und ganz besonders das Ja zu den schwachen, kranken, armen und an den Rand gedrängten Menschen. Sie hat Jesus Christus vor allem im Blick gehabt, wenn er das Reich Gottes verkündete, das schon unter uns sei und wahrgenommen werden will.

     

    Wenn das keinen Appetit macht, als Rebe am Weinstock Christus zu bleiben und immer wieder neu zu fragen: Ist es der Lebenssaft Christi, der mich durchströmt, oder sind es andere Kräfte, die mich vom Leben wegtreiben wollen? Vielleicht Egoismus, Habsucht, Geiz, Hass statt Nächstenliebe, Hingabe, Barmherzigkeit und Versöhnungsbereitschaft.

     

    Liebe Christinnen und Christen, immer wieder neu über den eigenen Schatten zu springen, um bei meinen Nächsten anzukommen, das, so meine ich, können wir von Jesus selber lernen und uns so auch von konfessionalistischer Eigenbrötelei und religiös verbrämter Bürgerideologie bewahren lassen. Um seine Botschaft vom Reich Gottes so richtig begreiflich zu machen, hat Jesus ja selber systematisch verbürgerlichte Grenzen gesprengt und vermeintlich unumstößliche Tabus gebrochen: Er hat gegen alle Konvention Tote berührt und erweckt, Gelähmte am Sabbat aufgerichtet oder Aussätzige durch seine Nähe in die menschliche Gemeinschaft zurückgeholt.

     

    Das Reich Gottes, wie Jesus es verkündet hat, es lockt mit Leben, Freude und Gerechtigkeit. Lassen wir uns davon anstecken, als Reben am Leben und Freude spendenden Weinstock. Dazu dürfen wir ruhig die Mundwinkel in Richtung Ohren bewegen. Lassen wir dazu an diesem Reformationstag wiederum Martin Luther zu Wort kommen. Er sagte einmal: „Es vermag kein Mensch eitel Trauern zu ertragen, denn es saugt Saft und Kraft aus dem Körper ……. Das Fröhlichsein ist eine Pflicht, die sonderlich dem Christen zukommt.“ Dieses zuversichtlich freie Fröhlichsein aus der Wurzeltiefe des Reich-Gottes-Glaubens möge Ihnen, liebe Mitchristen, an diesem Christusfest heute und an ganz vielen Tagen Ihres Lebens gelingen. Amen.

31.10.2107 Einweihung Foyer

Architekt Oliver Fischer und Vorsitzender des Kirchengemeinderats Walter Armbruster bei der Einweihung vom Foyer

 

  • add Ansprache von Pfr. Hörnle

    Sehr verehrte, liebe Gäste!

    Im doppelten Sinne feiern wir heute in Harthausen die „Erneuerung unserer Kirche“.

    Vor 500 Jahren begann mit dem Anschlag der 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg für Martin Luther und seien Mitstreiter die Reformation – sprich die Erneuerung der Kirche, damals eine lebensgefährliche und lebenslange Aufgabe.

    Nicht so bei der Erneuerung unserer Kirche in Harthausen. Da hat zu keiner Zeit Lebensgefahr bestanden. Und die Erneuerung unserer Harthäuser Kirche war auch keine lebenslange Aufgabe. Der Kirchengemeinderat hat mit ersten Überlegungen zum Umbau des Foyer 2015 begonnen. Ein gutes Jahr hat die Stellungnahme unserer Landeskirche dann aber doch gedauert bis klar war: Stuttgart unterstützt uns bei der Reformation unserer Kirche – also bei deren Renovierung.

    Hoch motiviert und unter der fachmännischen Leitung vom Vorsitzenden des Kirchengemeinderats, Walter Armbruster, wurde Ende Januar diesen Jahres mit der Erneuerung der Kirche begonnen. Mancher hatte da zunächst die Befürchtung: die erneuern nicht, die reißen ja nur ab. Aber auch da gibt es eine Parallele zu Luthers Reformation.

     

    Ein doppelter Dank liegt mir am Herzen:

    Dank allen, die mit viel Herzblut das Projekt mitgetragen haben und uns ermutigt haben. Eine Aussage, die mir hängen geblieben ist: Ihr seid auf dem richtigen Weg, in die Kirche muss Licht rein. Für Licht ist nun gesorgt. Reichlich Tageslicht und modernstes LED-Licht. Für das Leben in unserer Kirche können wir alle mit beitragen.

    Dank an die Spender, die unser Projekt finanziell mitgetragen haben. Durch Spenden, durch den Erlös vom Adventsbasar, durch kostenlos zu Verfügung gestelltes Baumaterial, durch Eigenleistung und vieles mehr.